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Netflix “High Score”: Die Doku-Serie über Gaming in den Top 10

Die sechsteilige Dokureihe zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich auf die visuellen Elemente der Spiele und die Erzählungen rund um ihre Entstehung konzentriert.

high score netflix

Diese Woche veröffentlichte der Videospielentwickler Asobo Studio den neuen Microsoft Flight Simulator. Das neue Game ist eine kleine Revolution: Es streamt KI-generiertes, dreidimensionales Gelände auf der Grundlage von Bing-Satellitendaten, modelliert in Echtzeit, reale Wettermuster, Radiofrequenzen und Flugverkehr und verfügt über lasergemappte, fotorealistische Cockpits.

Wer also auch in Corona Zeiten unseren atemberaubenden blauen Planeten von oben sehen will, dem bietet sich mit dem neuen Flight Simulator eine einmalige Chance.

Der Flight Simulator als Analogie für die (R)Evolution der Spieleentwicklung

Die Entwicklung des Microsoft Flight Simulators im Laufe der letzten 40 Jahren ist ein Paradebeispiel dafür, welchen immensen technologischen Fortschritt die Gaming-Branche durchlebt hat. So hieß es in einer Werbung für die Erstausgabe des Flight Simulators: “Wenn das Fliegen mit Ihrem IBM-PC noch realistischer werden sollte, bräuchten Sie eine Lizenz.“ Heute wäre es pure Ironie mit diesem Satz die ruckelige schwarz-weiße Drahtgitter-Grafik zu bewerben.

Die erste Ausgabe des Flight Simulators könnte auch ein Taschenrechner Game sein

Die Evolution der Spieleindustrie steht auch im Mittelpunkt der neuen Netflix Serie “High Score”. Sie ist eine Doku mit sechs Episoden über die prägenden Jahre der Videospiele, die diese Woche auf Netflix veröffentlicht wurde.

© Netflix

“Jedes neue Spiel wurde auf dem Fundament aufgebaut, dass das Spiel zuvor geschaffen hatte.”

Sagt Charles Martinet, die langjährige Stimme des Nintendo-Maskottchens Mario und die Erzählerstimme in “High Score”. “Und deshalb kann es schwer sein, sich an die bescheidenen Anfänge zu erinnern.” Die Doku-Serie “High Score” handelt genau von diesen Anfängen.

Die Serie dokumentiert die Entwicklung des vom Arcade-Boom der späten 1970er Jahre bis zum Beginn von 3D und Deathmatch in den frühen 1990er Jahren. Anhand von Archivmaterial, Retro-Animationen, Charles Martinet’s Erzählungen und Interviews mit den Schöpfern, wird die Geschichte erzählt, die eine interaktive Kunstform ohne festgefahrene Traditionen geschaffen hat – die Gaming-Industrie.

Die Designer der Spiele-Klassiker

In einer Episode der Serie sagt der ehemalige Sega-Designer Hirokazu Yasuhara: “Die Leute neigen dazu, Spiele für eine einsame Aktivität zu halten, aber der Spieldesigner ist immer hinter dem Bildschirm anwesend”.

© Netflix

“High Score” zelebriert die Designer hinter den Spielen. Zumindest einige Designer: Sechs Episoden und etwa vier Stunden ist nicht genug Zeit für eine umfassende Entstehungsgeschichte des Gaming Mediums. Aus Platzgründen ist die Serie also selektiv; wenn sie alles abgedeckt hätte, sagt die ausführende Produzentin Melissa Wood, “würde es nicht mehr um die Menschen gehen. Sie würden nur noch eine Liste von Videospielen durchgehen und nur noch die grundlegenden Fakten behandeln”.

Non-Stop-Nostalgie

Die Serie liefert also keine allumfassende Darstellung der Gaming-Ära. Aber sie ist visuell fesselnd und mit maximal 47 Minuten pro Folge, sehr kurzweilig und unterhaltsam. Für die nicht ganz so jungen Gaming-Fans unter euch ist die “High Score” zudem ein Non-Stop-Nostalgie-Feuerwerk. Ich träumte mich auf jedenfall hier und da in meine Kindheit und Jugend zurück. Für die jüngeren Gamer*innen unter euch ist die Netflix-Serie eine solide Zusammenfassung der ersten Sternstunden der Gaming-Branche.

Gaming rückt in den Fokus von TV-Sendern und Streaming-Diensten

In den letzten Jahren investierte Amazon in Fallout, HBO kaufte The Last of Us, Showtime setzte auf Halo, und Sony verpflichtete sich, eine Live Final Fantasy Aktion zu drehen. Ubisoft bringt Fernsehserien auf der Grundlage seiner Spieletitel heraus. Außerdem wurden Fernsehadaptionen von Brothers in Arms, Twisted Metal und League of Legends angekündigt.

Netflix ist aber der größte Käufer von an Titeln, die auf Videospielen basieren. Der Streaming-Anbieter investierte nicht nur in The Witcher und dessen bevorstehende Ausgliederung, sondern produzierte auch eine Filmversion von The Division. Darüber hinaus veröffentlicht Netflix eine Reihe von TV-Serien, die durch Videospiele inspiriert sind. Darunter Cuphead, Cyberpunk 2077, Resident Evil, Dragon’s Dogma, Devil May Cry und Angry Birds.

Angesichts dieses wachsenden Portfolios ist “High Score” eine perfekte Ergänzung.

Mehr als nur ein Synergieeffekt

Jede Episode der chronologischen Reihe ist um ein zentrales Thema gestrickt: Space Invaders, Pac-Man und Ataris Übergang von Arcade Games zu Heimkonsolen; Nintendos Vorherrschaft in der NES-Ära; die Entstehung von Sonic und der Sega-Nintendo-Krieg um Konsolen; Kampfspiele und die Aufregung um Gewalt in Videospielen; und die ersten 3D-Versuche und Online-Multiplayer.

Toru Iwatani in der ersten Episode von High Score © Netflix

Der Regisseur France Costrel, der zuvor an dem Dokumentarfilm Dark Net und der Emmy-nominierten Doku 8 Bit Legacy mitgearbeitet hat, bezieht sich bei der Erzählung dieser Geschichten mehr auf die audiovisuellen Aspekte des Spieldesigns als auf die technischen Feinheiten. Die Produzentin Wood sagt, sie hätten “darüber nachgedacht, was für ein breites Publikum interessant wäre” und beschlossen, dass die “eher visuelle, künstlerische oder musikalische Seite” eine “leichtere Übersetzung” sowohl für ein Massenpublikum als auch für das dokumentarische Medium ermöglichen würden.

Gaming als Kunstform

In High Score werden die kreativen Köpfe hinter den Spieleklassikern in den Fokus gerückt und weniger die technische Entwicklung hinter den Spielen. So erwarten euch Interviews mit dem Mortal Kombat-Künstler John Tobias; mit den Sonic Character- und Level-Designern Naoto Ohshima und Hirokazu Yasuhara; dem Doom-Designer John Romero; dem Soundeffekt Komponisten für Donkey Kong und Super Mario Hirokazu Tanaka; oder dem Final Fantasy Künstler Yoshitaka Amano.

Die Animationen in der Netflix-Serie werden mit realem Filmmaterial überlagert, als ob sie Szenen dem geistigen Auge eines Gamedesigners entsprungen sind. Während Tomohiro Nishikado über Space Invaders spricht, pirschen computergenerierte außerirdische Feinde durch die Skyline auf die er blickt.

netflix high score dokumentation
© Netflix

“High Score” ist eine kreative Spielwiese mit Szenen im spielerischen 16-Bit-Stil begleitet durch MIDI-Musik.

Geschichten von Gamerinnen und Gamern

“High Score” zeigt nicht nur die Spieleentwickler, sondern nimmt auch die Perspektive der Spieler ein. So wird Rebecca Heineman porträtiert, die 1980 mit dem Gewinn der National Space Invaders Championship zum ersten nationalen Videospiel-Turniermeister wurde. Quasi dem ersten Esports-Titel. Oder Jeff Hansen, der 1990 bei den ersten Nintendo-Weltmeisterschaften in der Altersklasse “11 und jünger” gewann.

Für Heineman, die transgender ist, waren Videospiele in ihrer Kindheit ein Ort der Zuflucht und ein frühes Ventil für Selbstdarstellung. “Wir wollten zeigen, dass Spiele zum Leben erwachen, wenn sie gespielt werden”, sagt Regisseur Costrel.

Am Ende der Serie sinniert Martinet: “Jetzt, wo die Technologie die Grenze zwischen Fantasie und Realität völlig verwischen kann, stellt sich die Frage, wohin wir als Nächstes gehen werden.” Vielleicht lautet die Antwort für Netflix: eine zweite “High Score”-Staffel.

Image Credits: © Netflix

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